Startseite Lektionen Wortschatz Grammatik Forum
Galerie Rezepte Übersicht Kontakt/Impressum Spenden
 

Die Aussprache oder Ohne Praxis keine Theorie

Das Wichtigste an jeder Sprache ist deren phonetisches Grundgerüst, d.h. wie wird in welchem sprachlichen Umfeld ein Buchstabe ausgesprochen.

Sie denken sich vielleicht: "Ist doch egal, irgendwie wird's schon ausgesprochen werden, das überspringe ich." Dann müssen wir Sie warnen: nichts hat je mehr Hohn und Spott verursacht, als wenn ein Praiß versucht, vor bayrischem Publikum das Wort 'Oàchkatzlschwoàf' ('Schwanz des Eichhörnchens') auszusprechen. Ein klassischer Kapitalfehler.

Andererseits wird Sie jeder Bayer loben, wenn Sie diese oder irgend eine andere sprachliche Herausforderung dem Original nahe meistern. Wir hoffen, Sie glauben uns, wenn wir Ihnen sagen, dass diese Lektion wohl eine der wichtigsten ist.

Wir verzichten bewusst darauf, eine Vielzahl von Sonderzeichen für die schriftliche Darstellung der Aussprache von Wörtern im Bayrischen zu verwenden. Im Gegenteil versuchen wir, die Aussprache so darzustellen, wie Sie sie aus dem Schriftdeutschen gewohnt sind. Leider läßt es sich nicht vermeiden, die folgenden Ausnahmen zu erwähnen:

Vokale

  • a und o werden offen und hell ausgesprochen, wie z.B. Faggl ('Fackel') und Ros ('Roß')
  • à und ò werden geschlossen und hell ausgesprochen, wie z.B. Fàgge ('Ferkel') und Sògga ('Socken')
  • ā und ō werden lang und dunkel gesprochen, wie z.B. Sāg ('Sarg') und sōg ('sage')

Konsonanten

  • Harte Konsonanten (p, t, k) werden, vor allem im Wortinneren, weicher ausgesprochen und deshalb im weiteren Verlauf mit bb, dd und gg dargestellt
  • Weiche Konsonanten werden im Wortinneren zwischen Vokalen noch weicher ausgesprochen, wie z.B. Kaiwe ('Kälbchen') oder Loawe ('Laib')
  • Am Wortanfang werden im Bayrischen sp zu schp und st zu schd
  • Nach Vokalen, vor allem nach e und i tendiert das r dazu, wie ea bzw. ia ausgesprochen zu werden

Alle anderen Konsonanten und Vokale können Sie einfach so aussprechen, wie Sie es von der Schriftsprache gewöhnt sind.

Nach dieser furchtbar trockenen, aber ebenso wichtigen Grundlage geht es weiter zu Lektion 2