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Ankunft im Hotel

Die Beschreibung des freundlichen Bayern am Hauptbahnhof war erfolgreich. Sie sind an Ihrem Ziel, einem Hotel in der Münchner Innenstadt angelangt.

Der Portier am Eingang hält Ihnen die Tür auf. Wie Sie es bereits gelernt haben, schmettern Sie ihm ein freundliches 'Griàs Gōd' entgegen und erhalten als Antwort: 'Griàs Eana Gōd, de Heàschafdn!' ('Grüße Sie Gott, die Herrschaften!'). Sie sind trotz Ihres Vorwissens einen Moment verwirrt: warum 'Eana' ('Ihnen') und nicht 'Sie'? Dazu eine Erläuterung zur Höflichkeitsform.

An der Rezeption grüßen Sie den Concierge, wie Sie es bereits gelernt haben. Da er Sie als echten Bayer erkennnt, antwortet er natürlich auch auf Bayrisch.

     
   

Wir haben über das Internet ein Doppelzimmer für 2 Wochen bei Ihnen reserviert.

Mià ham ibas Indaned a Dobbezimma fià zwoa Wōcha bei Eana resawiàd.

     
Mehr zu Zahlen lernen Sie hier.
   

Einen Moment, ich sehe nach.

An Momend, i schaug glei nòch.

   

Richtig, wir haben Zimmer Nummer 152 für Sie vorgesehen.

Gwis, mià ham Zimma Numma hundadzwoàrafuchzge fià Eane voagseng.

   

Vielen Dank, wir sind schon ziemlich müde von unserer langen Reise.

Meàsi, mai san mià hi vo da langa roas.

     

Der Zimmerjunge bringt Ihr Gepäck hoch.

Da Zimmabuà bringd Eànane Sachan nauf.

     
 

Erläuterungen zur Lektion

Im Gegensatz zu vorherrschenden Meinungen über Bergvölker ist der Bayer selbstverständlich auf der Höhe der Zeit und nutzt die neuesten Kommunikationsmittel. Deshalb bestellt er sein Hotelzimmer über das Internet. Das hat zwar mit einem Bayrischsprachkurs nicht direkt zu tun, sorgt aber für Aufklärung.

Anstelle von 'Richtig' oder 'Korrekt' bevorzugt der Bayer zur nachdrücklichen Richtigstellung eines Sachverhalts eher Ausdrücke wie 'Gwis' ('Gewiss') oder 'Gnau' ('Genau'). Eine Erweiterung in diesem Zusammenhang sind die sehr beliebten Wendungen 'pfailgrōd' ('Pfeilgerade') und 'Aggurād' ('Akurat').

Der Ausdruck 'Vielen Dank' wird durch ein einfaches 'Dangsche' ersetzt oder aber wie im oben genannten Beispiel durch die vielbenutzte eingebayrischte Form des französischen 'Merci', eben 'Meàsi'. So wie dieses einfache Wort findet sich eine Vielzahl an französischen Wörtern im Bayrischen.

Mit 'mai' ist hier nicht der Monat gemeint, sondern ein ausgesprochen häufig verwendeter und typischer bayrischer Idiomatismus. Es handelt sich wohl um eine Kurzform von 'mein Gott', das im Hochdeutschen im gleichen sprachlichen Umfeld gebraucht wird ('Mein Gott sind wir müde').

Wenn man sagt, man ist 'hi' ('hin') meint man damit nicht immer das allerletzte Stadium, in das unser Körper irgendwann eintritt, sondern eines der Stadien davor, in denen man sich körperlich sehr ermattet fühlt.

Der Gebrauch der Possessivpronomina ('...Eàna...') weist in der Höflichkeitsform Besonderheiten auf: anstelle von 'Ihr Gepäck' sagt man 'Eànane Sachan', 'Ihr Junge' wird zu 'Eàna Buà'. Ansonsten zeigen die besitzanzeigenden Fürwörter, wie man 'mein', 'dein', 'unseres' usw. sprachwissenschaftlich bezeichnet, keine Abweichungen ('mai', 'dai', 'unsas'). Noch etwas: man sagt für 'das ist meiner' mit Artikel 'des is da mainige'.

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