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Der Ausflug

Nach wenigen Metern Fußmarsch sehen Sie bereits das Reklameschild des Fahrradverleihs und steuern direkt darauf zu. Nachdem Sie sich die Auswahl vor dem Laden angesehen haben, sprechen Sie den Verleiher an. Sie grüßen wie gewohnt...

     
   

Das sind ja prächtige Fahrräder, die sie da haben. Da würden wir uns gern welche ausleihen.

Des san ja pfundige Drōdäsl, de wo's dò dohabts. Dò dadn ma uns geàn weichane lain.

     

Das geht in Ordnung. Welches hätten Sie denn gern?

Des bassd scho. Weichàs dadnsn geàn nemma?

   

Ich glaube, ich nehme das Mountainbike und für meine Frau bitte das Trekkingrad.

I glāb, i nimm des Maundänbaik und fià mai Waiwi des andane do, biddsche.

   

Das ist eine gute Wahl. Ich werde die Fahrräder gleich vorbereiten lassen. Eines hat einen leichten Platten, das müssen wir nur noch aufpumpen.

Des kenz hom. I las aich de Radl glai heàrichtn. Oans hod an gloàna Blodan, des miàs ma no aufblōsn.

   

Was kostet das und wann müssen wir die Räder wieder zurückbringen?

Wos kosdn des und um wan miàs ma des wieda Reduà bringa?

     

Das kostet 10 Euro pro Tag, unser Laden schließt um 20 Uhr, wenn Sie später kommen, sperren Sie das Rad vor der Tür ab und werfen Sie den Schlüssel einfach hier in den Briefkasten.

Des kosd zen Airo am Dōg, da Lōn machd uma āchde zuà, wenz späda kummts, speàts as Radl voà da Dià zuà und schmaists an Schlisse do in Bōskasdn.

     

Die Uhrzeit im Bayrischen...

     
 

Erläuterungen zur Lektion

Das Wort 'Drahtesel' erfreut sich im bayrischen Wortschatz großer Beliebtheit, ebenso wie der Radsport an sich. Nicht umsonst wurde eine Biermixtur danach benannt, das berühmte Radler. Es besteht je zur Hälfte aus Zitronenlimonade und hellem Bier. Mehr zu Bier erfahren Sie später.

Das Relativpronomen wird im Bayrischen standarmäßig mit dem Beiwort 'wo' ergänzt, nicht zu verwechseln mit dem Fragewort. Eigentlich hat es keine Bedeutung, ist aber für die korrekte Satzbildung zwingend notwendig: 'de, de wo do stät' - 'die, die da steht'.

Das Mountainbike hat zwar mittlerweile Einzug in die Sprache gefunden, trotzdem besteht beim Bayern allgemein großer Vorbehalt gegenüber jeder Art von Neuartigem, getreu dem Motto 'Wos da Baua ned kend, des frisd a ned' - 'Was der Bauer nicht kennt, das ißt er nicht'. Deshalb kann es passieren, dass aus einem Trekkingfahrrad 'des andane do' wird.

Nach der langen Diskussion und einer anschließenden Wegerklärung beim 'Radlmō' haben Sie einen 'Moádsduàscht' ('Wahnsinnsdurst') und schwingen sich unverzüglich auf Ihren 'Drōdäsl', um sich auf den Weg in den nächsten Biergarten zu machen.

Hier geht's zu Lektion 6...