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Einkaufsbummel in der Altstadt

Am nächsten Morgen stehen Sie schon sehr zeitig auf, weil Sie die frühen Stunden für einen Einkaufsbummel in der Innenstadt nützen wollen. Sie verwickeln den Portier in ein Gespräch und versuchen so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Vor allem gibt es eine Lokalität, deren Besuch Ihnen sehr ans Herz gelegt worden ist: der Viktualienmarkt.

     
   

Wo bekommen wir denn Lebensmittel hier in der Nähe?

Wo griàng ma denn Lemsmiddl dò in da Gengd?

     

Das ist einfach, da nehmen Sie einfach den Supermarkt auf der Straßenseite gegenüber.

Des is laichd, dò nemds eifach den Subbamagd dò wisawi.

   

Gibt es dort auch Filme, Zeitungen, Postkarten und Schnupftabak?

Gibd's dò ā Fuim, Zaidunga, Bosdkaddn und an Schmoizla?

   

Sicher, dort gibt es fast alles.

Ja, fraili, dò gibd's fast ois.

   

Ach ja, haben die auch eine Bäckerei, eine Metzgerei und einen Gemüseladen?

A so, ham de ā a Bäggrai, a Mezgrai und an Gmiàslōn?

     

Ich denke schon. Haben Sie denn einen Großeinkauf vor?

I glāb schō. Woidz nacha den ganzn Lōn zamkaffa?

     
Nicht direkt, aber wir möchten uns mit dem Wichtigsten versorgen. Und im Anschluss auf den Viktualienmarkt.

Des ned, aba mià meng uns hoid des Wichdigsde bsoàng. Und heànoch am Fiktualienmagd.

     
Hätten Sie das doch gleich gesagt. Dort auf dem Viktualienmarkt können Sie das auch alles besorgen. Viel angenehmer und danach ist bestimmt noch Zeit für ein kleines Bier. Ja mai, häds des hoid glai gsōgd. Dò am Fiktualienmagd kend's aich des ā ois bsoàng. Fui gmiàdlicha und heànoch is gwis no Zaid fiàr a schene Hoiwe Bià.
 
 

Erläuterungen zur Lektion

Der Bayer, oder besser die Bayerin, geht mit Vorliebe gern einkaufen. Das unterscheidet Sie in erster Linie nicht von ihren Artgenössinnen in anderen Ländern, erschwert aber ihrem Lebensgefährten das Dasein. Selbstverständlich nutzt man den Gang zum Einkauf nicht nur zu reinen Versorgungszwecken, sondern, nicht weniger wichtig, zur Sammlung von Informationen. Es könnte sehr wichtig sein, wer gerade was aus welchem Grund was macht...

Die Bedeutung des Einflusses der französischen Sprache auf das Bayrische haben wir bereits in Lektion 3 festgestellt. Auch das bayrische Wort 'wisawi' für 'gegenüber' kommt aus dem Französischen und wird dort 'vis-à-vis' geschrieben.

Der Schnupftabak, auf Bayrisch auch 'Schmä, Schmai' oder 'Schnaizla' genannt, erfreut sich in weiten Teilen des Landes großer Beliebtheit. Eine gute Portion 'Bries' dient den Jungen zum Beweis ihrer Mannhaftigkeit, den Männern zur Besänftigung zornigen Gemüts und den Alten, um die Zeit am Vorüberziehen zu beobachten. Ein Schnupfer ist niemals hochmütig: auch in den vornehmsten Gesellschaften scheut er sich nicht, seine Dose hervorzuholen und seine Nasentoilette zu erledigen! Aber auch Freimütigkeit gehört zum Schnupfen: egal wer um eine Prise anfrägt, er wird wohlwollend bedient.

Hier geht's zu Lektion 9...